September 2010
Kabarett-Show
Mittwoch, 08.09., Mittwoch, 22.09.; jeweils um 20 Uhr:
Die Ritter des Severins-Burg-Theaters laden ein
Comedy-Knights
Mit Gerd Buurmann, Martin Cordemann, Cris Revon und Gästen.

Foto: M. Cordemann

Repertoire
Von William Shakespeare
Ben jedoch schielt schon wieder zur Gattin des Mec, von diesem schlicht Lady geheißen, und die Lady schielt zurück. Sie ist ihren Mec, der großen Schlachten nur für seinen Boss schlägt, abgekämpft zu Hause hingegen ein Langeweiler ist, leid: seine testosterongefüllte Kommunikations-Brutalität wie seine sie nur gelegentlich in Anspruch nehmenden Vanilla-Sex-Gelüste. Von Ben erwartet sie sich mehr, viel mehr, und den Mec will sie ihm zuliebe abschaffen.
Dem Trunkenen suggeriert sie darum, dass er selber doch Boss sein könne, dass er, Mec, Big Boss werde, wenn er diesen über die Klinge springen lasse. Bad Mec plagen einige Skrupel, dann aber geht er auf die Lady ein – und die triumphiert: Der Mörder, weiß sie, wird gefasst, abgeurteilt werden, und sie wird mit Ben die Freiheit und die Lust genießen – Bloody Ben weiß die Intrigante als den von ihr Verführten auf ihrer Seite.
Als Bad Mec nach blutiger Tat – seinen Big Boss hat er in die Hölle geschickt – den jolly good fellow Ben als Zeuge seiner mörderischen Tat mundtot gemacht wissen will, täuscht die Lady ihm vor, Ben selber ausschalten zu wollen, und, einen weiteren Rauschzustand nutzend, suggeriert sie ihm, nur ein gegen ihn aufziehender Wald und ein von keinem Weib geborener Mann könne ihm, dem neuen Big Boss, gefährlich werden.
In größter Unbekümmertheit, in hemmungslosester Sorglosigkeit aber wird Bad Mec schließlich erfahren, dass er verführt, verraten und betrogen worden ist. Und als der große Wald der tückischen Lady gegen ihn aufzieht und der von keinen Weib geborene Mann, der vor der Zeit aus dem Mutterleib geschnittene Bloody Ben ihn attackieren, begehrt er ein letztes Mal auf: gegen seine Hybris, gegen seinen Machtwillen, gegen seine Vermessenheit, und muss – „In tyrannos!“ – doch sterben.
Inszenierung: Burkhard Schmiester.

Foto: A. Ruiz Tamayo
Comedy-Show
Mittwoch, 15.09., um 20 Uhr:
Die ui.-Show
Die monatliche Comedy-Show
Manuel Wolff ist der Gastgeber und Moderator der ui.-Show. Er singt die Nachrichten, improvisiert ganze Musicals und erzählt von seinen haarsträubenden Alltags-Erlebnissen. Er entdeckt in den Weiten des Internet das StudiVZ-Girl oder das schlechteste Lied der Welt. Gewinner des 50. Trierer Comedy Slams, Monatsgewinner der Comedy-Battle und Finalteilnehmer bei Cindys Talentschmiede im Quatsch Comedy Club.
Es gibt ein Spiel vor dem sich jeder Bühnenmensch fürchtet. Ein Spiel, das schon lange auf keiner Bühne mehr zu sehen war. Ein sehr gefährliches, sinnloses, blutiges Spiel: Das berühmt-berüchtigte Mausefallen-Spiel. Es ist zurück. Bei der ui.-Show am 15. September trauen sich die Recken Oliver Pauli und Manuel Wolff wieder in der Disziplin anzutreten, die schon einigen Künstlern Krankenhausaufenthalte und abgetrennte Körperteile beschert hat und teilweise verboten war, besonders an kirchlichen Feiertagen. Die Schauspieler spielen auf einer mit vielen gespannten Mausefallen durchsetzten Bühne. Aber das ist noch nicht alles, sie spielen barfuß, damit es so richtig wehtut. Aber das ist noch nicht alles: Damit die Schauspieler nicht sehen, wo sie hintreten, bekommen sie die Augen verbunden. Kommt auf jeden Fall, denn wer weiß, wann das Mausefallenspiel wieder gespielt wird und wann die ersten Mausefallen-Todesopfer zu beklagen sind.
Lisa Feller geht den Männern an den Kragen, allen voran ihrem Mann Bernd. Daher heißt ihr Programm, in Anlehnung an Tarantino "Kill Bernd". Auf ihrem verbalen Schlachtplan lässt Lisa Feller dabei kein Auge trocken. Wenn sie die Ex ihres Mannes an Silvester mit Blei "über"gießen will, anstatt mit ihr blei"zu"gießen, weiß der Zuschauer: Sie hat die Zügel in der
Hand. Lisa ist bekannt aus der "Schillerstraße" (Sat.1) und als Stand-Up Comedienne ("TV Total“, "Quatsch Comedy Club", "Nightwash", "Fun(k)haus".
Edno Bommel ist der „Tiger von Glauchau“! Der einzige, der heute noch eine DDR-Rente bekommt, da Ihm die Mauer ’89 bei Ihrem Fall auf den Fuß fiel, bietet einfallsreich-charmante Comedy, prall gefüllt mit Begebenheiten aus dem kleinen Bommel-Kosmos. Nebenbei verhilft er dem „Rhythmusfrosch“ als Begleitinstrument zu einer Renaissance und tanzt, dass jeder Brasilianer blass werden müsste. Kurzum: Edno Bommel ist die Marilyn Monroe der Comedyszene. Nur eben anders.
Oliver Pauli steht mitten im Leben. Er ist ältester Sohn, großer Bruder, bester Freund, naiver Partner und überforderter Urlauber. In seinen Liedern und Texten wirft er mit Witz und Charme schräge Schlaglichter auf sein ereignisreiches Leben und muss regelmäßig feststellen: "Manchmal steht man auf seinem eigenen Schlauch."

Gastspiel
Donnerstag, 16.09., um 20 Uhr:
Zugzwang
Lino Corvi (Jörg M. Becker) ist ein Reisender. Seine Heimat befindet sich in einem kleinen Koffer, den er bei sich trägt, seit er mit 7 Jahren aus seinem Geburtsort, einem idyllischen Tiroler Städtchen, geflüchtet und in den erstbesten Zug gestiegen ist.
Und wieder einmal befindet sich Lino auf der Reise. Inzwischen um einige Jahre gealtert, scheint er immer noch auf der Suche zu sein. Oder auf der Flucht?
Dabei beschäftigen ihn allzu menschliche Fragen: Was tun gegen nächtliche Einsamkeits-Attacken? Kann man mehrere Partner gleichzeitig lieben? Was kommt eigentlich „danach“? Auf seine zwanglos-zwanghafte Art findet Lino zum Teil sehr komische musikalische Antworten, indem er von unglücklichen Zeitgenossen, missglückten Kontaktaufnahmen und verunglückten Rendezvous erzählt – und davon, dass es sich trotzdem lohnt zu träumen
Lino Corvi steht für deutsche Chansons alter und neuer Art, unvergessene und neu zu entdeckende Melodien mit manchmal absurden bis makabren Texten, die sich unaufgefordert in Ihren Gehörgängen festsetzen werden. Unterstützt wird er von der Pianistin Frau Gür (Simone Gür), die nicht nur Klavier spielt, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Repertoire
Freitag, 17.09., Sonntag, 19.09., Sonntag, 26.09., jeweils um 20 Uhr
Dracula - zwei reichen völlig
Von Victoria Wiese
Dialog zweier arbeitsuchender Schauspieler:
Victoria: Ich finde, es ist an der Zeit der Welt etwas Bedeutsames zu hinterlassen.
Boris: Hört, hört. Angst um Dein Karma, was?
Victoria: Nein. Obwohl man's ja auch nicht wissen kann. - Warum beglücken wir die Freie Theaterszene Kölns nicht mit unserer eigenen Zweimann-Produktion?
Boris: Hm.
Victoria: Wieso nicht? Bis uns mal einer engagiert hat sind wir doch längst im Seniorenfach gelandet.
Boris: Also ich komme gerade erst von einer sehr erfolgreichen Tournee mit Gunther Emmerlich und Toni Marschall zurück.
Victoria: Wir müssen die Sache selbst in die Hand nehmen.
Boris: Na ja, vielleicht etwas Komisches. Die Leute lachen ja gern.
Victoria: Ja oder einen Klassiker? - "Nathan der Weise".
Boris: Hm. Oder Filmklassiker...
Victoria: "Vom Winde verweht"!
Boris: Quatsch! - "The Empire Strikes Back".
Victoria: ???
Boris: Star Wars. Mann, Mann Wiese!
Victoria: Oder "Die Vögel". Hitchcock.
Boris: Ach! - Nein, nein, das ist alles nichts. Wie wäre es denn mit Bram Stoker's...
Victoria: Dracula? - Zu zweit?
Boris: War nicht die Rede von einer Zweimann-Produktion?
Victoria: Schon; aber meinst Du, dass Zwei da reichen werden?
Boris: Ach. Zwei reichen völlig.
Mit Boris Becker und Victoria Wiese. Inszenierung: Boris Becker
Gastspiel
Samstag, 18.09., um 20 Uhr:
LINK! spielts dir
Improvisationstheater vom Feinsten
Weitere Informationen auf www.linkspieltsdir.de.

Foto: Link
Lesung
Freitag, 24.09., Dienstag, 28.09., jeweils um 19.30 Uhr:
Biologische Vielfalt literarisch
In
Anlehnung an das "Internationale Jahr der
Artenvielfalt 2010" der VEREINTEN NATIONEN lesen sechs Autorinnen und
Autoren mit Migrationshintergrund des Verbandes Deutscher
Schriftsteller. Der diesjährige Titel lautet: "Biologische Vielfalt
literarisch". Eine Vielfalt von Themen und Gattungen begleitet uns.
Doch auch politische Texte über Armut und soziale
Ausgrenzung werden vertreten sein. Denn im "Europäischen Jahr 2010
gegen Armut und soziale
Ausgrenzung" lebt eine unruhige Pflanze, die nicht absterben
darf: das soziale Gewissen und die Stimme der Betroffenen.
Am Freitag, 24.09. lesen:
Andrea Karimé (Libanon), Fahimeh Farsaie (Iran), Pilar Baumeister (Spanien). Moderation: Thomas Geduhn.
Kostadinka-Koca Djordjevska (Mazedonien), Hueseyin Erdem (Türkei), Igor Rems (Montenegro). Moderation: Dragica Schröder (Serbien).